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Lundström und Pfenningschmidt triumphieren
8. BÖCKSTIEGELLAUF: Brackwederin in Streckenrekordnähe

Werther (cwk). Bilderbuchwetter, Sonne pur, tolle Stimmung und insgesamt wieder mehr als 1300 Finisher: Der 8. Böckstiegellauf wird in Erinnerung bleiben – bei den begeisterten Zuschauern und bei den Aktiven, die mit extremen Herbst-Temperaturen nahe 30 Grad Celsius fertig werden mussten. Für die sportlichen Hauptakzente sorgten als souveräne Sieger Ingmar Lundström (DJK Gütersloh) und Silke Pfenningschmidt (SV Brackwede).

 Dennoch, das Männerduell zwischen Lundström und dem bislang erfolgreichsten Böckstiegelläufer Dirk Strothmann (LC Solbad) blieb mindestens bis zur Hälfte spannend. Strothmann zum dritten oder Lundström zum zweiten Mal – das war die Frage. „Am Hengeberg fühlte ich mich schon ziemlich platt“, so Lundström, „anders als 2009 war es Dirk, der anfangs viel Druck machte und mich drei, vier Mal leicht abhängte. Dann habe ich mich zurückgekämpft, war mir meiner Sache aber nie sicher.“
 „Bergab konnte sich Ingmar absetzen, ich fühlte mich aber noch gut“, hatte sich Strothmann keineswegs aufgegeben. Doch etwa bei Kilometer 15 begann seine Leidenstour, vor dem Rathaus schwanden die Kräfte endgültig: „Da wollte ich nur noch ankommen.“ Das gelang dem 42-Jährigen, der im Trailrunning-Cup mit der Idealziffer 1 punktete; aber kaum einmal hat man ihn so erschöpft, fast wankend ins Ziel laufen sehen. Am Limit war auch Lundström. Man habe sich nichts geschenkt, meinte er. Der 39-Jährige hatte bis vor kurzem nur 60 bis 70 km pro Woche trainiert. „Als ich wusste, dass ich hier laufen würde, habe ich aber die Schlagzahl erhöht.“
 Auf den Plätzen 3 bis 5 sah man mit dem Gronauer Robin Breer, dem Paderborner Christian Fiedler und dem jungen Brackweder Marius Güths neue Gesichter. Siebter wurde der Steinhagener Thomas Dunkel (TSVE Bielefeld), zum zweitbesten Solbader avancierte, nur sechs Tage nach seinem Marathon in Berlin, Kay Leuteritz, der als schnellster Wertheraner Raoul Kempmann »entthronte«.
 Was die Experten schon erwartet hatten: Nach ihrem Debüt vor zwölf Monaten (Rang 2) dominierte Hermannslaufsiegerin Silke Pfenningschmidt das Frauenrennen vom ersten Kilometer an. Drei Minuten und zwölf Sekunden betrug am Ende der Vorsprung vor ihrer Vereinskollegin Kirsten Heckmann, die zwei Wochen nach ihrem Bielefelder Marathontriumph ohnehin nicht auf den Sieg spekuliert hatte: „Ich bin nur für den Cup gelaufen.“ Die 34-Jährige wirkte locker, empfand den Lauf aber keineswegs als leicht und übte Selbstkritik. „Ich hätte nicht so schnell beginnen sollen.“ Denn die erneut drittplatzierte Mareike Walkenhorst lag weit zurück.
 Silke Pfenningschmidt, im 753-köpfigen Feld nur von neun Männern »bezwungen«, steigerte sich um zweieinhalb Minuten, kam mit 1:10:23 Std. dem Streckenrekord der Kenianerin Powyo (1:09:55/2005) sowie Heckmanns »deutscher Bestzeit« ganz nahe – und das bei dieser Hitze. „Die war zum Glück trocken und machte mir kaum zu schaffen“, erklärte die zierliche und so entspannt laufende Ex-Sprinterin. „Ich orientiere mich immer am Gefühl, nicht an der Uhr“, verriet sie. Man braucht kein Prophet zu sein, um ihr schon für 2012 – bei normalen Bedingungen – den Streckenrekord zuzutrauen.
 Gesamt-Achte mit 57 Jahren und W55-Klassenbeste mit rund 27 Minuten Vorsprung: Solbads Top-Seniorin Marianne Niemann verdiente sich erneut ein Sonderkompliment. Mit Blick auf den bevorstehenden Essen Marathon hatte sie lange geschwankt, ob sie hier laufen solle. Und dann ließ sie sich auch noch verleiten, viel schneller als geplant zu rennen. Ihr Kommentar: „Jetzt ist’s eben passiert und nicht mehr zu ändern.“
 

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Geschrieben in Kategorie: Trailrunning Cup